Sonntag, 12. Februar 2012

So, aber jetzt | Finally there!

Endlich mal habe ich mir die Zeit genommen, nicht nur alles zu fotografieren, was ich grade in Arbeit habe, sondern auch ein bisschen schon länger Fertiges aufzunehmen. Deshalb gibts einen Haufen Bilder und Beschreibungen. Ist ein bisschen dämlich, wenige, aber lange Posts zu schreiben, aber gerade gehts nicht anders, zuviel ist sonst rum los.

Finally I took some time to make pictures, not only of my works in progress, but some finished things. Therefore there will be lots of pictures and descriptions. It's a bit daft to write few, but long posts. Unfortunately I can't do it otherwise, too much is going on at the moment.

A. Fertiges | Finished things

Das Wichtigste ist die Sulka-Jacke. Ich habe sie vorgestern fertig gemacht und auch schon getragen. Sie ist warm, schön, einfach zu stricken. Mirasol Sulka ist ein prima Garn. Es ist ausgelegt für Nadelstärke 7-8, da das für mich ein zu breiter Rubicon ist, habe ich das mit 6 mm gestrickt und sie ist schön fest geworden. Sitzt gut, finde ich.

Die Knopfschlaufen werden mit Luftmaschen gemacht, was bei dieser Garnstärke gut funktioniert. Da ich nicht ungefähr 10 Fäden dafür vernähen wollte, habe ich kurz unter der ersten Knopfschlaufe mit Kettmaschen angefangen und sie bis kurz nach der letzten Knopfschlaufe aufgehört. Man siehts kaum und es putzt ungemein, geben die Kettmaschen doch noch zusätzliche Festigkeit zu der Kante. Ich finde die Jacke rundherum gelungen und werde sie gerne tragen.



The most important finished object is the Sulka Cardigan. I finished it the day before yesterday and wore it yesterday. It's warm, beautiful and quick to knit. Mirasol Sulka is a beautiful yarn. It is intended for needle size 10.5-11. But this size is beyond a Rubicon too wide for me, so I knit it in needle size 10, which makes tight knit. It fits well, I think.

The button loops are made with crochet chains, which works well with this yarn size. Had I done that with chains only at the loops, I would have had 10 ends to darn in. So I made crochet-on chain stitches between the loops, starting about two stitches before the first loop, ending about two stitches after the last loop. You can hardly see this and it gives a fine trim for a nice and sturdy edging. This cardigan is a success, I think, and I like to wear it.




Das zweite fertige Objekt ist ein Steinteppich. Das war eine prima Idee von einer Kollegin aus dem Strickcafé: Häkel unterschiedlich große Kreise aus Filzwolle, näh sie lose zusammen und filz sie. Die Kollegin hat zuerst gefilzt, dann genäht, ich habe es umgekehrt gemacht. Geht auch, obwohl der resultierende Teppich dann ziemlich gezogen werden muss, damit er flach liegt. Ist ein sehr ungewöhnliches Objekt, finde ich, aber mir gefällts.

Mein Garn war Katia Iceberg, wie fast immer von meinem Lieblingsladen Wollknäuel. Ich hatte neun Knäuel in Braunbeige, einen in Blau und einen in Brauntönen. Damit wirds etwas interessanter. Ich hab die Dinger so gelegt, dass das Teil ungefähr rechteckig wird und damit an der Tür zur Terasse liegen kann. Ich finde das ein interessantes Teil.

The second finished object is a stone carpet. This was a great idea from one of my collagues at knitting café: crochet flat round things in different sizes out of felting yarn, sow them randomly together and felt them. The collague felted first and sowed afterwards, I did it the other way round. It works, but you have to pull the thing very heavily until it lies flat. It is an unusual object, I like it.

My yarn was Katia Iceberg. I had nine balls of a brown-beige blend, one in blues and one in browns. These two give it some more randomness. I put those things together, so that they form a loose oblong, which will lie at the door to my terrace. Interesting thing!


Dann gibt es noch zwei Tücher, die ich schon letztes Jahr fertiggestellt habe und die eine Strickfreundin gespannt hat. Das rechteckige ist Fiori di Mare, das runde Blooming Garden, beide gestrickt aus Wollmeise Lace nach Designs von Tiziana Sammuri. Schade ist, dass beide ein bisschen klein geraten sind, also nur als Halstücher funktionieren. Und dafür ist Fiori die Mare nicht geeignet, weil das Muster dann nicht gut rauskommt. War ein Versuch und die Farbe finde ich trotz allem wunderschön!

Then there are two shawls I finished last year, which a knitting friend thankfully blocked for me. The triangle is Fiori di Mare, the round one is Blooming Garden. Both are knitted out of Wollmeise Lace with designs by Tiziana Sammuri. Sadly they are both a bit small so they only work as neckerchiefs. And for this Fiori di Mare doesn't work out too well because of the way the pattern is made. It was an attempt and I still like the colour.







B. Derzeitige Projekte | Works in progress

Zurzeit habe ich wieder den Hillswick Lumber in Arbeit, den möchte ich gerne haben, deshalb stricke ich ihn, wann immer ich kann. Man muss zwar einen Haufen Zeug mitschleppen für das Teil (10 Farben incl. Ersatzknäuel, Muster), aber es macht wieder großen Spaß. Ich mag einfach Fair Isle, auch wenn das hier eine große Herausforderung ist. Nadelstärke ist 2,0, das Garn ist Jamieson Smith. Anders als bei der Anleitung werde ich wieder die Ärmel direkt mit dem Körper hochstricken. Das habe ich ja bei der Jacke von Meg Swansen schonmal gemacht, wobei ich diesmal überlege, eher einen Raglan als eine Armkugel zu stricken. Letztere ist einfach heftig zu berechnen. Auf keinen Fall wirds so, wie in der Anleitung angegeben.

Presently I'm back at the Hillswick Lumber. I'd like to have it, so I knit it whenever I can. This means you have to carry around a lot (10 colours including spare balls plus pattern), but its a lot of fun. I love Fair Isle, though it is a big challenge. Needle size 0, the yarn is Jamieson Smith. Unlike the pattern I will knit body and sleeve together above the sleeve opening. I already did that with the Meg Swansen cardigan, but I'm thinking about making a raglan instead of set-in-sleeve. The latter is quite difficult to caculate. However, it will definitely be a different solution as given in the pattern.

Dann habe ich ein wunderschönes Muster von Veera Valimäki gesehen, Colour Affection. Das stricke ich aus Lang Donegal mit Nadelstärke 4,0. Geht sehr schnell, sieht gut aus, nur das Garn blutet heftig aus und manchmal reißt es, wenn man nicht hinreichend locker strickt. Dennoch, das wird ein feines Teil für mein Hälschen. Dieses Teil habe ich zweimal schon aufgezogen: Zunächst, weil mir die Farbfolge nicht gefallen hat, dann, weil ich die Anleitung falsch gelesen mit Nadelstärke 3,0 statt 4,0 angefangen habe. Naja, das gehört halt dazu.

Then I found a beautiful pattern by Veera Valimäki called Colour Affection. I'm knitting this out of Lang Donegal in needle size 6. It's a quick knit, looks gut, but the yarn bleeds quite heavily and sometimes the yarn breaks, if you don't knit loosely enough. Still, it will be a fine piece for my neck. I had to frog it twice: First, because I didn't like the colour sequence, second, because I had misread the pattern and started in needle size 2.5 instead of 6. Well, this is part of the journey.

Mein letzter Beitrag heute ist etwas, wovon ich niemals gedacht hätte, dass ich sowas mal in Erwägung ziehen würde: Ich stricke Waschlappen. Waschlappen? Waschlappen, jawohl! Ich hab mal irgendwo in einem Blog gesehen, wie jemand die gestrickt hatte. Sie sahen gut aus und ich konnte mir die gut in meinem Badezimmer für Händetrocknen vorstellen. Jetzt habe ich feines Garn gefunden (Drops Paris in rohweiß und ein Knäuel in jeansblau) und da habe ich einfach damit angefangen. Ich probiere jetzt mit den insgesamt 10 Teilen schlicht Muster aus, die vorn und hinten gleich aussehen, und bin erstaunt, wie gut das wirkt. Vielleicht hätte ich nicht so despektierlich von sowas reden sollen, ich bin grade ganz begeistert von meinen kommenden Badeutensilien.

My last contribution today is something I would never have thought I'd even consider knitting: I'm doing washcloths. Washcloths? Washcloths, exactly! I saw those in a blog some time ago. They looked good and I pictured them in my bathroom for drying one's hands. Now I found suitable yarn (Drops Paris in offwhite and one ball of jeans blue), so I got started. With those 10 pieces I'm trying out reversible textured patterns, and I'm amazed how good this looks. Maybe I shouldn't have stared that much down my nose, I'm really excited now with my new bathing utensils.

Samstag, 28. Januar 2012

Beeindruckt | Impressed

Eigentlich hatte ich versprochen, beim nächsten Post gibt es Bilder von Fertigem. Abgesehen von einem Foto von mir (das wäre das Fertigste, was ich zu bieten hätte, kommt aber natürlich nicht hier in den Blog) hätte ich, dank einer wundervollen Strickfreundin, die auch noch sehr erlesen spannen kann, zwei Tücher zu zeigen, die schon eine Weile fertig sind.

Actually I promised in my last post to show pictures of something finished. Well, I could show a picture of myself (this would be the most pretty well done for I could offer, but showing pictures of myself is of course out of bounds here), and also, thanks to a wonderful knitting friend who is a wizard at blocking, I could show you two shawls, which have been finshed quite some time ago.

Aber ich habe mir eben das Video von der Feierstunde im Bundestag angeschaut. Sie fand heute anlässlich des Jahrestags der Befreiung von Ausschwitz statt. Da passt das auf einmal nicht mehr.

But I just watched the video of a ceremony in the German Bundestag, our parliament, which took place on the anniversary of the liberation of Ausschwitz. So my little work just won't fit there.

Da gibt es das jährliche Schaulaufen der Spektabilitäten unsere Landes, alle Religionen sind in angemessener Kleidung und sehr würdevoll vertreten. Und dann kommt da ein sehr, sehr alter Mann, Marcel Reich-Ranicki, mit einer Mappe unter dem Arm, geführt von den zwei höchsten Würdenträgern, die das Land zu bieten hat, setzt sich hin - und hält nicht etwa eine Fest- oder Mahnrede, sondern erzählt von einem Tag im Warschauer Ghetto. Keine Appelle, kein "wir dürfen nicht vergessen", kein "was die Geschichte uns sagen möchte", nichts dergleichen. Er erzählt, nuschelig und manchmal nicht präzise seinen niedergeschriebenen Worten folgend, einen Tag aus seinem Leben, der Tag, als er den Beschluss seines eigenen und des Todes vieler Menschen protokolliert hat, und wie ihm während dieses ungeheuerlichen Vorganges durch den Kopf gegangen ist, dass seine Freundin ebenfalls in höchster Gefahr schwebt. Später am Tag heiratet er sie in einer hastigen Prozedur, um ihr ein bisschen mehr Sicherheit zu geben.

In this ceremony there is the annual exibition of the honorables of our country. All the religion sent their ambassadors in appropriate outfit and very dignified. And then enters a very, very old man (Marcel Reich-Ranicki, a famous man in Germany for his literary critics and known survivor of the Warsaw Ghetto) with a folder under his arm. He is being helped by the two highest dignitaries of our country, sits down - and doesn't give a celebratory speech or some sort of admonition. Instead he tells about one single day in the Warsaw ghetto. No appeals, no "we may never forget", no "what history is teaching us", nothing like that. He talks, sometimes mumbling and not precisely following his written words, about this single day of his life, the day, when he had to take notes on a decision of his own death and the ones of thousands of other people, and how, during this monstrous procedings, he thought about is girlfriend and the terrible danger she is now in. Later in the day he marries her in a hasty ceremony in order to give her a bit more protection.

Nichts, wirklich nichts kann so eindringlich sein wie diese sehr lapidare und völlig unkommentierte Schilderung. Nichts verbietet Vergessen eindrücklicher als dieser einem wirklich lebenden Menschen tatsächlich passierte Tag mit seinen nicht zu fassenden Ereignissen. Ich habe vor zwei Tagen das Originalprotokoll der Wannsee-Konferenz gelesen und war schon da erschüttert über diese sachlich-bürokratische Notiz, die Millionen Menschen das Leben, die Freiheit, die Selbstbestimmtheit, das unbeschwerte Weiterleben genommen hat. Und die diesen Menschen der schrecklichen Situation ausgesetzt hat, von der er heute berichtete.

Virtually nothing else can be nearly as haunting as this succinct narration without any single comment. Nothing prohibits forgetting more impressive as this real day in the life of a really living person with its unbelievable events. The day before yesterday I read the notes of the Wannsee-conference, where the Final Solution of the jewish question was decided upon. And I was shattered by this professional-bureaucratic note, which took the lives, the freedom, the self-determination, the untroubled living on of tens of millions of people. And which exposed this man to the terrible situation he reported today.

Sein Sohn sitzt dabei. Er ist Mathematiker lebt in Schottland. Und man kann sehen, wie mitgenommen er von der Erzählung seines Vaters ist. Ich glaube, er hat da gesehen, was ich auch empfunden habe: Dieser Mann hat uns sein Vermächtnis gegeben.

His son is with him. He is a matematician and lives in Scotland. You can see, how shaken he is by the story his father tells. I surmise he saw the same what I sensed: This man has given us his legacy.

Ich bin ein ausgesprochen unpolitischer Mensch. Ich stricke und erzähle, wie ich Maschen so onduliere, dass sie tun, was ich möchte. Mehr habe ich eigentlich nicht zu bieten. Aber, liebe Mitleserinnen, sowas lassen wir nicht mehr zu, okay?

I'm an explicitly non-political person. I'm knitting and telling you all, how I ondulate stitches in a way that they do what I want them to do. There is not much more I have to offer. But, my dear readers, we won't let anything like this happen again. Shall we?

Hier gibts das Video zum Anschauen.

Unfortunately the video is in German. But take a look at this guy and be in ore of what he accomplished. He was utterly tormented by the Germans and spent his life for the German language and literature. The Germans didn't allow him to go to university in the first place, because he was a jew. So everything he knew about books and literature was self-taught, and he for almost thirty years was the deciding instance of the evaluation of books. You may like his views or not, this is a remarkable feat.

Sonntag, 15. Januar 2012

Chaotischer Sonntag | Chaotic Sunday

Mal einfach durcheinander geschrieben:
Just some random writings down:

1. Heute ist Sonntag. Ich bin um halb neun nach knapp 13 Stunden Arbeit heimgekommen. Gestern, am Samstag, waren es etwas mehr als 14 Stunden Arbeit.
1. It's Sunday today. I returned home at 8.30 pm after almost 13 hours of work. Yesterday, it was Saturday, I worked for a bit more than 14 hours.

2. Das bedeutet, ich bin im Dunklen ins Büro gefahren und im Dunklen heimgekommen. Immerhin hatte ich das Projekt aus dem letzten Post dabei, das sieht auch ein bisschen aus wie Sonne.
2. This means, I went to the office in the dark and returned home in the dark. Fortunately I carried the project of my previous post with me. It looks a bit like the sun.

3. Ich fühle mich grade, als würde ich in einem Mäuserad rennen müssen, damit die Welt sich weiterdreht.
3. I feel like having to run in a rat race so the world will go on turning.

4. Das ist natürlich kompletter Blödsinn. Wenn ich einfach mal stehen bleiben würde, würden zwar ein paar Sachen nicht erledigt, aber die gute alte Erde würde sich weiterdrehen.
4. This of course is complete nonsense. If I stopped racing, some things would not get done, but the good old earth wouldn't stop turning its turns.

5. Ich stricke fast nur noch im Zug und ungefähr zehn Minuten nach Mitternacht für eine halbe Stunde, um mich runterzukriegen für Heia Machen.
5. I'm knitting almost exclusively in trains and about ten minutes past midnight for half an hour to calm down and prepare me for beddy-byes.

6. Meine Projekte sind klein und schnell, und trotzdem gehen sie langsam.
6. My projects are small and quick and still very slow.

7. Ich stricke mal wieder an Socken (klein und schnell? Pah!). Immerhin ist die erste bald fertig.
7. I'm knitting socks again (small and quick? Pah!). After all the first will soon be finished.

8. Ich war mal eine Schnellstrickerin.
8. I used to be a fast knitter.

9. 5. war gelogen, ich stricke auch abends im Hotel.
9. N°5 was a lie, I'm knitting in hotels in the evening.

10. Ich bin grade viel in Hotels.
10. I spend a lot of time in hotels these days.

11. Ich werde Urlaub nehmen, wenn der erste Zugschaffner mich mit Namen anredet.
11. I will go on holidays as soon as the first train conductor knows my name.

12. Ich würde gerne viel mehr stricken.
12. I'd love to knit a lot more.

13. Vorher muss ich meine Wohnung aufräumen.
13. Before that I will have to clear up my flat.

14. 13. war gelogen, ich muss lieber stricken. Die aufgeräumte Wohnung bringt mich nicht runter, wenn ich eigentlich viel lieber mit Wolle und Garn spielen möchte.
14. N°13 was a lie, I must rather knit. The untidy flat doesn't calm me down, when I much prefer to play with needles and yarn.

15. Immerhin bewege ich mich mehr, das ist schonmal eine gute Nachricht.
15. The good thing is, I'm getting a lot more exercise.
 
16. Mein nächster Urlaub wird eine Räumaktion. Der letzte Urlaub war auch eine Räumaktion (nicht in meiner Wohnung, so verzweifelt ist die Lage noch nicht).
16. My next holidays will be dedicated to clearing up things. The last holiday were also clearing up holidays (not of my flat, it's not that desperate yet)

17. Mein übernächster Urlaub findet irgendwo statt, wo mich keiner findet.
17. My next but one holiday will take place somewhere unknown to anybody.

18. Ich gehe jetzt meine fünf Reihen stricken, bevor ich schlafen gehe.
18. I'll go knitting my five rows before bed now.

19. Bis bald mal wieder hier, dann gibts auch garantiert Fotos von Fertigem. Ich bin fest entschlossen.
19. See you soon here, then there will definitely be pictures of finished items. I'm determined about that!

Sonntag, 8. Januar 2012

Jahresmotto | Motto of the year

Viel habe ich heute nicht zu zeigen, aber immerhin doch zwei Dinge, an denen ich arbeite. Sie könnten gegensätzlicher nicht sein:

Eins wird wieder mal ein Babyteil, gestrickt in Nadelstärke 2,0, das andere wird hoffentlich ein totaal faszinierender Teppich, gehäkelt in Nadelstärke 15, um später gefilzt zu werden. Beides ist ein bisschen Aua für die Finger, aber ich finde, zusammen sehen sie eigentlich auch nicht schlecht aus.

Könnte ein bisschen ein Jahresmotto sein: Nicht immer zu eintönig, sondern gerne so unterschiedlich wie möglich sein. Wobei ich zugeben muss, Nadelstärke 15 brauche ich nicht oft ... aber ich gebe mein Bestes wie immer!


I don't have much to show you today. Still there are two things I'm working at. They couldn't be more oppositional:

The one is a baby item again, knitted in needle size 2.0 mm, the other will hopefully be a veeery fascinating carpet, crocheted in needle size 15mm, which will be felted afterwards. Both is a bit ouch for the fingers. I think both together look not bad at all.

This could be the motto of the year: Not always the same monotony, but try to be as diverse as possible. However, I have to admit, needle size 15mm is nothing I need too often ... but I'll do my best as ever!

Mittwoch, 28. Dezember 2011

Wollschaffrage 52/2011

Ich stricke gerade ein Zopfmuster und frage mich, was benutzt ihr denn so alles als “Hilfsnadel”. Nur spezielle Zopfnadeln, normale andere Stricknadeln, oder gar andere Materialien???
Vielen Dank an Patricia und das Wollschaf für die heutige Frage!

Öhm, meine Option fehlt: nichts. Ich stricke meist Zopfmuster (oder wandle sie passend ab), für die ich keine Hilfsnadel brauche. Diese Technik zu erlernen kann ich nur heftigst empfehlen, sie beschleunigt das Stricken von Zöpfen erheblich und macht einen unabhängig vom Auffinden eines Hilfsmittels, wenn man grade im Zug nach wohin auch immer sitzt.

Ich habe/hatte weiß der Himmel wie viele Zopfnadeln und finde die so lästig, dass ich keine einzige mehr benutze (die, die ich nicht hergeschenkt habe, finde ich meist nicht, wenn ich sie brauche). Wenn ich mal einen größeren Zopf basteln muss (größer ist alles mit mehr als sechs Maschen), was wirklich selten vorkommt, nehme ich das, was grade rumliegt. Meist ist das dann eine Rundnadel in Nadelstärke 2,0, wenn ich grade was in 6,0 stricke, oder irgendwas ähnlich komplett Unpassendes. Ist aber wurscht, muss ja eh nur kurz drauf und darf gleich wieder runter (wehe, das interpretiert jemand um!!), da juckt mich das wirklich nicht, was ich grade in die Hand nehme.

Donnerstag, 22. Dezember 2011

Rückblick und gute Wünsche | Looking back and sending good wishes

Tja, es ist der 22. Dezember und Nanika, viel zu schnell wie immer, schreibt ihren Jahresrückblick. Warum das? Ganz einfach: Diese Zeit des Jahres ist für mich eine Zeit des Rückzuges, besonders in diesem wirklich sehr ereignisreichen Jahr. Ein paar der Ereignisse sind immer mal ein bisschen hier eingeflossen, ich werde sie nicht weiter vertiefen, denn das hier geht um Stricken und nicht um mich – oder nur ganz wenig um mich und mein Leben.

Das war im übrigen eine bewusste Entscheidung: Ich bin nicht dazu geschaffen, mein Leben in einer Öffentlichkeit auszubreiten, die ich nur zu einem kleineren Teil kenne.

Well, it is December 22 and Nanika, too fast as ever, is writing her end of year retrospect. Why that? It's simple enough: This time of year is my time of retreat, especially in this very eventful year. Some of the events shone up briefly here and there. I won't go into detail, since this is about knitting and not about myself – or just very little about myself and my life.

This, by the way, was a conscious decision: I'm just not the sort of person to unfold my life to a public, of which I know only a few.


Wie also war mein Jahr? Hier die nackten Tatsachen in stricktechnischer Hinsicht:
  • Per heute gestrickt 50.231 Meter oder 17,79 Kilo.
  • Fertiggestellt habe ich ungefähr 60 Teile in der Spannweite zwischen einer Schweineelfe (ein winziges und etwas verunglücktes Stricktierchen) und einer Decke.
  • Davon sind 11 Oberteile, die 12 habe ich nicht mehr hinbekommen und werde das auch bis Jahresende nicht schaffen. Das einzige, was ich noch beenden könnte, hat gerade keine Priorität.
  • Meine "Buchführung" hat sich noch weiter verfeinert, ich habe wirklich penibel Buch geführt über Verarbeiten und Einkaufen.
  • Mein Ziel habe ich erreicht: Ich habe 5.390 Meter mehr gestrickt und weggegeben als gekauft.
  • Ohne Weggegeben hätte ich 15.643 Meter mehr gekauft als gestrickt.
  • Ich gebe gerne weg, insofern finde ich das nur mittelschlimm.
  • Ich muss trotzdem an meiner Technik feilen: Mehr stricken als kaufen, das bleibt das Ziel. Oder der Weg.
  • Meine Buchhaltung bringt mich dazu, wie eine Wahnsinnige zu stricken (mehr als sowieso schon wie eine Wahnsinne zu stricken), damit ich mit meiner Kauflust auch nur einigermaßen Schritt halten kann. Das besonders muss ich weiterentwickeln, obwohl ich mich nicht getrieben fühle.
So, how was my year? Here are the naked facts knitwise:
  • As of today I knitted 50,231 metres or 17.79 kilograms.
  • Finished about 60 items, an item ranging between a pig-elf (a small knitted toy) and an afghan.
  • Of these 11 are sweaters, I didn't manage to reach 12. And I won't reach 12 until the end of the year, since the only one I might finish has no priority at present.
  • My book keeping is even more detailed than before, I meticulously wrote down every knitted, given away and bought metre.
  • I reached my goal: I've bought 5,390 metres less than I knitted or gave away.
  • Without counting the giving away section I would have knitted 15,643 metres less than I bought.
  • I like giving away, so I'm not too concerned about that.
  • Still I will have to refine my technique: knit more than buy will remain my goal. Or the path.
  • My book keeping makes me knit like mad (more than I already knit like mad) in order to be able to just about keep pace with my buying habit. This I will have to refine also, although I'm not feeling too hunted.

Was gab es für Highlights? Sicherlich gehört zu diesen meine Decke. Riesending, auch noch gehäkelt, und fertiggestellt. Das hätte ich so nicht erwartet und freue mich sehr darüber. Auch Mermaid, wovon ich noch ein Bild schulde, ist eins meiner liebsten Teile geworden.

Which were the highlights? Certainly the afghan is one ot them. Huge thing, crocheted of all, and finished. I didn't expect to be able to do this and I'm happy about it. I've also come to love mermaid (of which I still owe you a picture of the finished item) and wear it a lot.


Und erwähnen muss ich natürlich, dass ich unter die "Designer" gegangen bin, also meine Improvisationen zum Teil aufgeschrieben habe. Am liebsten (öhm, von den zwei bislang veröffentlichten Sachen) mag ich die Pulswärmer.

Oh, and of course I have to mention that I've become a member of the "designers", well, that I at least have started to write down my improvisations. I love best (of the two published items so far) the wristlets.

 
Dann war das erste Halbjahr von Socken dominiert. Ich habe pro Monat mindestens eins, wenn nicht zwei Paare Socken gestrickt. Die meisten sind nicht in meinen Besitz übergangen. Im August hatte ich keine Lust mehr und habe meine Pläne über den Haufen geschmissen. Das ist völlig in Ordnung, ich mag es, Pläne über den Haufen zu schmeißen (fällt mir ein wunderbares Zitat ein: Planung ist das Ersetzen des Zufalls durch den Irrtum)

The first half of the year was dominated by socks. I knitted at least a pair per month, altogether 14 pairs. Most of them are not in my possession any more. In August I lost my liking for knitting socks, so I skipped my plan for this year. This is perfectly fine with me, I like skipping plans (this is the place to give you a wonderful quote: Planning replaces chance by error).


Im zweiten Halbjahr habe ich dann mehr so einfache Sachen gemacht wie die Decke oder sonstige nicht so komplizierte Projekte. Ein paar angefangene Sachen, wie den Hillswick Lumber, habe ich schlicht liegengelassen. Dieses Jahr war nicht das Jahr komplizierter Fair Isles. Das kommt wieder.

During the second half of 2011 I mainly knitted more simple things like the afghan or other not too complicated projects. Some more challenging projects, like the Hillswick Lumber, still lie there. This year was not the year of intricate fair isle. It will come back.

Die meisten Sachen sind wunderbar (jedenfalls für mich) und sehr gut tragbar. Das ist die gute Nachricht: Ich werde besser darin, das hinzubekommen, was ich geplant habe, statt ständig improvisieren zu müssen. Dennoch bleibt die Tendenz, drei statt zwei Ärmel zu stricken, weil der erste immer nicht passt.

Most of my items are lovely (to me, at any rate) and very well wearable. This is the good news. I'm getting better at acomplishing what I've planned instead of improvising all the time. Still the tendency to knit three sleeves instead of two remains.

Oh, und noch eine Tendenz: Ich habe dieses Jahr fünf Oberteile von oben gestrickt. Diese Technik gefällt mir gut und davon wird’s noch mehr geben. Meine Ärmelschwäche ist da auch seltener.

Oh, and another tendency: I've knitted five top-down sweaters this year. I like this technique and there will be quite a few more like those. My sleeve weakness is not as strong with those also.


Und sonst, wie ist die Bilanz?

As for the rest, what is my resume?

Stricken ist immer noch meine Lieblingsbeschäftigung. Es mildert harte Zeiten und beruhigt ein aufgewühltes Herz. Bloggen war dieses Jahr manchmal schwierig, weil ich gerne zuweilen Dinge in die Welt gesendet hätte, die da definitiv nicht hingehören. Deshalb habe ich auch seltener geschrieben: Es war mir nicht möglich, über die Vorteile von Perlmuster zu sprechen, während ich eigentlich Trost brauchte. Dennoch, es gibt dieses Plätzchen weiterhin und ich habe auch nicht vor, damit aufzuhören.

Knitting still is my favourite occupation. It eases hard times and soothes a troublesome heart. Blogging was difficult this year, since I would have liked to sometimes shout issues into the world, which definitely do not belong there. That's why I didn't blog as often: I simply couldn't talk about the advantages of moss stitch while desparately looking for comfort. Still, this place exists and I won't stop doing this.

Denn auch hier habe ich Trost bekommen, gute Worte und Gedanken.

For I received a lot of comfort here, good words and thoughts.

Ich glaube, das war meine bahnbrechendste Erkenntnis des Jahres: Strickerinnen sind ein wunderbares Volk, sie nehmen Menschen und Dinge, wie sie sind. Wenn ich aus etwas Stärke gezogen habe in diesem letzten schwierigen Quartal, dann daraus. Daher ist es Zeit, mal herzlich Danke an Euch alle zu sagen!

I think, this is my groundbreaking finding this year: Knitters are a wonderful people, they take people and things the way they are. If I received strength out of anything in these last three very difficult months, then it was this. Therefore it is time to say thank you all out there!


Jetzt bleibt mir nur noch, Euch allen da draußen Frohe Weihnachten zu wünschen, eine gute Zeit, wie auch immer Ihr sie verbringt, kein Streit, gutes Essen, schöne Geschenke und nichts, das anstrengt. Und natürlich sehen wir uns nächstes Jahr!

Well, all that's left now is to whish you a very happy Christmas, a lot of good time, however you spend them, no quarrels, good food, nice presents, and nothing which is exhaustive. And of course we'll meet next year!

Dienstag, 20. Dezember 2011

Dienstagsfrage 50/2011

Das Wollschaf fragt heute:

Fertigt ihr gestrickte oder gehäkelte Weihnachtsgeschenke an?
Wann fangt ihr damit an?
Wieviel Zeit investiert ihr dafür?
Wer sind die Beschenkten?
Vielen Dank an Reni für die heutige Frage!

Erste Antwort: Ja
Zweite Antwort: Kommt drauf an
Dritte Antwort: Kommt drauf an
Vierte Antwort: Freunde, Verwandte und all sowas

Nachdem das jetzt ein bisschen arg kurz ist, nochmals die ausführliche Version:

Die erste Antwort müsste lauten: Natürlich fertige ich gestrickte Weihnachtsgeschenke an. Wenn ich diese Möglichkeit doch habe, wäre ich vom blauen Puma gebissen, wenn ich sie nicht nutzen würde, um Menschen eine Freude zu machen.

Die zweite Antwort lautet deshalb "kommt drauf an", weil ich entweder früh im Jahr beschließe, wer was bekommen soll (beispielsweise haben alle weiblichen Menschen in meinem Umfeld 2009 ein Tuch zu Weihnachten bekommen. Weil das viele sind (ich glaub, ich hab in dem Jahr was um die 20 Tücher gestrickt), habe ich damals im Mai angefangen. Und weil ich 2010 fand, dass ich die nicht dauernd mit sowas beglücken sollte, habe ich da dann viel später angefangen. Dieses Jahr habe ich nur Wünsche erfüllt und eine Anverwandte hatte 2009 nur ein Paar Handschuhe bekommen, die kriegt dieses Jahr ein Tuch. Deshalb habe ich erst im November angefangen. Wobei ich einen Pulliauftrag nicht fertig bekomme, das Teil habe ich so oft aufgezogen, da war das nicht zu schaffen. Ich glaube, ich verschenke die Maschenprobe oder den halben Pulli (hab eben im Zug gesessen und dachte, ich müsste das Teil schon wieder aufziehen, weil es nach vielen, vielen zu weiten Versuchen jetzt drohte, zu eng zu werden; war aber nicht, ich darf dran weiterstricken).

Die dritte Antwort richtet sich natürlich nach der Menge dessen, was gestrickt werden muss. Bei den Tüchern ist schon richtig viel Zeit draufgegangen. Vielleicht ist das der Moment darauf hinzuweisen, dass ich nicht darauf achte, nur Leute zu beschenken, die "das zu schätzen wissen" oder sowas. Ich finde, die müssen das nicht, sie dürfen sich einfach an etwas freuen, das ihnen gefällt, ohne die ARBEIT dahinter zu sehen. Denn die ist mein Privatvergnügen. Und wenn wir es ganz genau betrachten, schenke ich deshalb sehr gerne Selbstgestricktes, weil ich gerne stricke. Damit entfällt meines Erachtens die Verpflichtung der Beschenkten, irgendwelche "Ohs" und "Ahs" abzulassen, wenn sie was kriegen, das ich gebastelt habe.

Die einzige Ausnahme von dieser Regel bilden übrigens Leute, die wollen, dass ich meine "Kunstwerke" (wäre jetzt nicht meine Wortwahl, ehrlich gesagt) verkaufe. Das geht nicht, denn obwohl ich bekennende Schnellstrickerin bin, und selbst wenn ich einen Stundenlohn von 5 EUR ansetzen würde, käme ich auf einen Stückpreis pro Tuch, den niemand einigermaßen Zurechnungsfähiges bezahlen würde. Grad mal kurz gerechnet: Ein Tuch normaler Größe und wenig schwierigem Muster kostet mich ungefähr 15 Stunden Arbeit, bei 5 EUR die Stunde sind das 75 Euro für die Arbeit und dann dazu das Material, damit sind wir schnell bei einem knappen Hunni. Nö, das gefällt mir nicht, das will ich nicht ausrechnen. Deshalb verkaufe ich nicht. Lieber verschenke ich. Und ich verschenke halt nicht nur etwas, das sich jemand gewünscht hat, sondern ich verschenke vor allem Zeit und Gedanken daran, was dieser Person gut gefallen würde.

Die vierte Frage hab ich eigentlich schon beantwortet: Ich schenke gerne, an freundliche Leute in meinem Leben, die gerne Gestricktes tragen. Ich glaub, ich hab ein Riesenherz (hab grade vor fünf Minuten zwei Paar Socken verschenkt, eins davon hat mich gefühlte 100 Stunden gekostet, weil ich das Mistzeug dreimal aufgezogen hatte, bis das richtige Muster da dran war) und da freuts mich, wenn ich was zu geben hab, das nicht ganz alltäglich ist. Deshalb hats auch eigentlich schon fast alle Menschen in meinem Umfeld erwischt, dass sie was abbekommen haben. Und ich warte noch auf die Situation, dass jemand sagt oder zeigt, nö, also das wars jetzt wirklich nicht. Sowas hatte ich noch nicht, also schenke ich einfach völlig unverkrampft weiter.