Mittwoch, 21. Oktober 2009

Ha!

Hab grade einen Speedschreibtest gemacht.

95 Wörter

Speedtest


Das sind übrigens laut Auswertung 521 Zeichen die Minute, allerdings halt einfache, gängige Wörter. UND ich hatte heute einen extrem anstrengenden Workshop zu begleiten und bin immer noch irgendwie ziemlich konzentriert und randvoll mit Kaffee.

So Nanika, jetzt ab an die Stricknadeln und eben mal Winterduffle fertiggenadelt. 521 Maschen die Minute? *Toktoktok, größenwahnsinnig geworden, das Mädel, schade aber auch.

Dienstag, 20. Oktober 2009

Heilige Maria! / Holy Mary!

Seit Sonntag passt mein abendliches Ritual nicht mehr:
  • Ich rase heim, mache die Kiste an, hole mir irgendwas zum Trinken (Wasser bevorzugt) und klicke mich durch die Wunderwelt der Social Media. Mein Rücken schmerzt und ich habe seit Sonntag kein Hörbuch mehr gehört.
  • Strickzeug? Nein Danke, muss grade meine Fortbildung fortsetzen
  • Drei, vier Threads habe ich angefangen zu lesen und musste jetzt das Handtuch werfen, weil ich zwischen Mittagspause und Feierabend so viele Posts verpasst habe, dass ich darüber einen kompletten Abend verplempern könnte (okay, habe ich gestern auch gemacht).
  • Da ich nachts viel zu spät schlafen gehe, bin ich natürlich morgens platt wie eine Flunder. Dabei gehts im Büro ab wie Zunder und ich weiß gar nicht, wo ich zuerst hinfassen soll.
Und was ist passiert? Mein Hobby und meine Profession haben sich getroffen. Will sagen, da sind ein paar handarbeitende Frauen in Not geraten und gleichzeitig kann man buchstäblich zusehen, wie neben den klaren Wassertropfen eine Wolfspfote ein paar richtig schmutzige Flecken abkriegt.

Was lernen wir daraus?
  • Nanika ist ein Suchti (Gottseidank hab ich den Alkohol vor 20 Jahren zwar aus Versehen, aber doch weitgehend aus meinem Leben verbannt, Wollsucht reicht mir schon)
  • Die Welt hat mehr zu lachen (allein die Tatsache, dass Jack Wolfskin die andere - virtuelle - Welt voll Freiheit und Abenteuer gegen sich aufgebracht hat, ist schon eine köstliche Geschichte wert)
  • Nanika friert immer noch (die Winterjacke hat auf einmal keinen Fortschritt mehr zu verzeichnen)
  • Es war eine gute Entscheidung, keinen Fernseher mehr zu haben (es reicht, seine Zeit mit dem Internet zu verbringen, wo eigentlich der Winterjackeninhalt dringend auf seine Umhüllung wartet)
  • Ein paar ältere Herren werden sich über die schöne neue Welt wundern (da wird schnell David zu Goliath zu David - denke ich, im Moment kann ich dazu noch nichts sagen)
  • Im nächsten Leben werde ich Anwalt oder PR-Berater - oder doch Schnake?
So, aber nun hat sichs gewolfshäutet. Heute abend stricke ich mindestens zwei Reihen und dann gehts ab in die Falle, sonst darf ich irgendwann im Frühsommer zwei Kilo Dufflecoat ausführen.

Since Sunday my evening's ritual doesn't work out any more:
  • I'm racing home, put on the computer, get me something to drin (preferably water) and click my way through the wonderworld of social media. My back's aching and I haven't listened to any audiobook since Sunday.
  • Knitting project? No thanks, I have to go on with my training.
  • I started reading three or four threads on the topic and I had to duck out, since I missed that many posts between lunch break and closing time, that I would waste a hole evening on catching up (which in fact I did yesterday)
  • Because I go to bed much too late, I'm absolutely stone-tired in the morning. At the same time all hell is let loose at work and I don't know what to do first.
What happened? Well, my hobby and my profession met. I.e., some handycrafting women got into trouble and at the same time you can virtually watch a wolf's paw get really nasty dirty stains aside the clear water drops.

What do we learn from this?

  • Nanika is a -holic after all (Thank God I banned alcohole some 20 years accidentally, but largely out of my life, my yarn-addiction absolutely suffices here)
  • There's more fun in the world (Jack Wolfskin antagonizing the other - virtual - world full of freedom and adventure is a luscious anecdote)
  • Nanika's still freezing (the winter cardigan doesn't make an inch of progress at present)
  • It was a good decision not to have a TV (it's enough spending my time in the internet, where the wintercardigan's content is desperately waiting for its cover)
  • Some elderly gentlemen will be wondering at the brave new world (suddenly David becomes Goliath becomes David - I believe, this still needs proving)
  • In my next life I will be a lawyer, pr-consultant - or after all a mosquito?
However, not its enough wolfskinning. I will knit two rows tonight and then I'm turning in. Otherwise I will have to take out two kilograms of Dufflecoat some time early next summer.

Montag, 19. Oktober 2009

Maß für Maß / Sorry, no English today

Eine meiner wichtigsten Lektionen im Leben war die, die ich mit 16 im Selbstverteidigungskurs gelernt habe: Unser Trainer brachte uns bei, uns angemessen zu wehren. Er sagte, niemand würde uns die Selbstverteidigung abkaufen, würden wir einem Mann mit einem gezielten Fußtritt die Familienplanung durcheinanderbringen, weil er "Hallo Süße" gerufen habe. Er hatte recht und wir haben gelernt, Maßnahmen zu ergreifen, die zu der Aggression passten.

Irgendwie ist das mein Mantra geworden: "Hab immer Plan B. in der Tasche, bevor Du Plan A. durchziehst".

In der Firma, um die es auch in den zwei vorigen Posts ging, scheint dieses Mantra nicht bekannt zu sein. In dem Fall ist nichtmal sicher, dass jemand "Hallo Süße" gerufen hat, vielleicht wars nur "heut ist Sonntag". Aber die Firma haut den großen Lukas - und hört auch damit nicht auf. Naja, ist ja logisch, Plan B. fehlt, weil die erste Aktion keinen Plan B. mehr zulässt.

Man muss sich das mal vorstellen: Wir haben jetzt Oktober. Vor ungefähr zwei Wochen hat die Fima Produkte bei Dawanda moniert, die wurden daraufhin sofort entfernt (ganzer Thread dazu hier, könnte etwas Zeit erfordern, da ist offensichtlich großer Besuchstag). Jetzt mahnt sie die Hersteller/innen mit "Beweismitteln" vom Juli kostenpflichtig ab!

Jenseits der Frage, ob es wirklich "Hallo Süße" war und nicht doch "Heut ist Sonntag", ist das wirklich schlechtes Benehmen. Sie geben den Händlerinnen und Händlern keinerlei Chance, die Situation zu heilen, sondern drücken denen gleich noch eine Unterlassungserklärung rein, die eine fünfstellige Streitsumme festlegt. Den Wert kann ich mir nur mit den umfänglichen Recherchearbeiten seitens der beauftragten Anwälte vom Juli bis jetzt erklären. Mein Rechtsverständnis rührt aus meinem Studium, wo ich mal für Kohle einer Jurastudentin ihre Abschlussarbeit getippt habe. Aber das kann der Gesetzgeber nicht gemeint haben, wenn er findet, der Schutz von Marken muss eingefordert werden, sonst wird er geschwächt.

So gesehen ist die Antwort nur folgerichtig: Die Internetgemeinde kocht, das Ganze zieht sich in die Mainstream-Medien, die Firma kriegt einen Imageschaden, der sich gewaschen hat. Selbst wenn jemand etwas bestellen möchte, verliert er oder sie vermutlich bald die Geduld, weil sämtliche Server komplett mit Beschwerden überlastet sind. Ist aber nicht schlimm. Denn vertraut man den Aussagen im Netz, wollen sowieso viel weniger Menschen etwas bestellen.

Keule für Keule. Ist es das? Geht es darum? Was ist denn jetzt aus der Aktion entstanden?
  • Es gibt mindestens sieben Frauen, die richtig in den Geldbeutel fassen sollen und mit der Situation vermutlich komplett überfordert sind, sowohl mit der Abmahnung als auch mit dem, was in der Netzwelt folgt. Keine von ihnen wird derzeit gut schlafen. Wir alle können uns über diese Unangemessenheit aufregen, diese Frauen kriegen sie grade zu spüren und das nicht zu knapp.
  • Der Firma und ihren obersten Vertretern werden die nächsten Quartalszahlen mit großer Wahrscheinlichkeit Weihnachten verhageln, gleichzeitig beharrt sie auf der "harten Linie" und fährt selbst noch in der Stellungnahme ihre Drohgebärden aus.
  • Die Solidaritätswelle (bissel runterscrollen, da gibt es eine Liste derer, die sich geäußert haben) schwappt über: Viele - so auch ich - empören sich über dieses Gebaren, schreiben, und tragen so hoffentlich ihr Scherflein bei, dass die Welle nicht so schnell verebbt.
Nein, damit ist nichts gewonnen, außer dass es ein neues Thema in den Medien gibt (unter vielen anderen Beiträgen auch hier und hier und hier). Die Anwälte kriegen einen echten Makel ab, über die Firma schwappt wohl grade eine Welle rein, mit der sie nicht gerechnet hat, die abgemahnten Frauen und Männer suchen nach Wegen, das Ganze einigermaßen heil zu überstehen.

Dabei wärs so einfach gewesen: Eine Mail im Juli an Dawanda mit dem Tenor, bei euch gibts Sachen, die vertragen sich nicht mit unserem Markenschutz, bis zum xten sind sie zu entfernen. Das Schreiben muss nichtmal sonderlich freundlich sein. Die angemahnten Artikel werden entfernt und gut ist. Hätte gereicht. Natürlich hätten die Händler/innen das nicht gut gefunden, aber sie hätten sich gefügt. Sie haben sich auch jetzt gefügt. Nur die große Isegrimmhaut hat den großen Schwinger ausgefahren. Und genau das setzt sie ins Unrecht, Gesetzeslage hin oder her.

Schon Shakespeare hat eine Komödie geschrieben, die "Maß für Maß" heißt. Dies hier ist eine Art Fortsetzung. Ich nehme sie mal als Lehrstück.

Es grüßt
Nanika, die gerade 10 Stilleben in Quadraten bestellt hat - einfach so, weil das Leben so ist, wie es ist (weiß nicht, wie lange es den Link noch gibt, da scheint auch eine Welle reingebrochen zu sein)

Sonntag, 18. Oktober 2009

Liste mit allen Blogposts

Die Liste aller Blogposts zum Thema Tierfüßeunterseite findet sich hier.

War doch nicht mein letzter Post / Wasn't my last post after all

Ha, ohne hellsehen zu wollen, weiß ich, in welcher Firma die PR-Abteilung grade Überstunden schiebt. Und mit einem: mit Recht. Für sowas ist dieses Internet wunderbar. Achso, und ein neues Wort hab ich auch gelernt: Der Streisand-Effekt, zu dem ich hiermit gerne und wissentlich beitrage.

Mehr darüber gibts hier und hier. Irgendwo hab ich einen Blogeintrag gefunden, wo alle entsprechenden Artikel verlinkt sind, aber es reicht, die betreffende Firma bei google einzugeben.

Eigentlich hab ichs ja nicht so mit Viechern, aber ich war für eine Sekunde versucht, mir einen Pullover zu basteln, auf dem komplett die Unterseite von tierischen Füßen zu sehen ist, von Elefanten, Giraffen, Zebras, Tigern, Wölfen, Hunden, Kühen, Katzen, Schafen ... ich lasse das besser, Tierfußunterseiten stehen mir einfach nicht.

Without clairvoyance I'm pretty sure, in which firm the corporate communications are running at full speed at present. And too right they are. For something like this Internet is gorgeous. And, by the way, I've learnt a new word: The Streisand-Effect, to which I'm contributing with this post knowingly and willingly.

The related links are entirely in German, with this exception.

Usually I don't hold too much with animals, but for a split second I was tempted to knit a sweater entirely covered with the underside of animal feet, of elefants, giraffes, zebras, tigers, wolves, dogs, cows, cats, sheep ... I'm leaving it, animalfeetundersides aren't too becoming for me.

Zwei-Farben-Stricken / Fair Isle Knitting

Der letzte Post für heute: Fair-Isle oder Zwei-Farben-Stricken und meine Handhaltung dazu. Ich habe schon viel ausprobiert, komme aber immer wieder zu dem zurück, was ich schon immer mache: Beide Fäden auf einem Finger, den einen vornerum, den anderen hintenrum.

Der Faden hinten wird nur einmal über den Finger gewickelt und ist etwas lockerer, deshalb ist das der "Spielfaden", d.h. mit dem stricke ich die Farbe, die nicht so oft drankommt. Das macht es leicht, die Fäden bei längeren Strecken miteinander zu verkreuzen, weil man entweder oben drüber oder unten drunter stricken kann (leider sind die Bilder etwas unscharf, ich hoffe, sie zeigen trotzdem, um was es geht). So habe ich mir das mal vor ungefähr 20 Jahren überlegt und seither die Technik nicht mehr verändert. Funktioniert irgendwie überall. Nur bei Superwash-Garn nehme ich mal einen Fingerhut, weil da die Unterschiede in der Fadenspannung zu groß werden.



Ich habe versucht, jemandem zu zeigen, wie ich den Faden aufnehme, aber immer dann, wenn ich das langsam mache, verheddere ich mich furchtbar. Deshalb kann ich leider nur das Ergebnis dieser Wickeltechnik zeigen. Ich nehme - das ist auf den Bildern nicht zu sehen - die Fäden zwischen kleinem und Ringfinger auf und der Spielfaden ist der untere, womit er eine bessere Festigkeit bekommt.

This is my last Post for today: Fair-Isle or two-colour-knitting and how I hold the yarn there. I tried a lot, but I alway come back to my tried and tested technique: both strands on one finger, the one on the front, the other on the back.



The back strand is wrapped only once around the finger, so it tends to be more loose. So this is the strand I knit the pattern with less stitches in the round. This makes it easy to trap larger strands at the back, since I just have to knit above or below the second colour (unfortunately the pictures are out of focus, I hope, they show the general idea). This I figured out some 20 years ago and never changed the technique since. It works somehow everywhere. With superwash-yarn however I tend to use a yarn guide, since the differences of tensions are too big otherwise.

I tried to show somebody how I take up the strands, but whenever I do this slowly I'm getting tangled. So I'm only able to show the result. I'm taking - this doesn't show on the picture - both strands between the little and the ringfinger, the back strand underneath the front strand, so it get's a little more tension.

Sorry, if you got this thrice into your feed, it turned out difficult to place the pictures without overlapping them.

Sorry, wenn Ihr das dreimal in dne Feed bekommen habt, die Fotos wollten sich nicht angemessen in eine Reihe setzen lassen.

Garnüberfluss / Yarn overload

So, und jetzt der Grund, warum ich mir eine komplette und totale Wolldiät verordnet habe: Ich habe dieses Jahr zwar ungefähr 10 Kilo Wolle verstrickt, aber ungefähr 20 Kilo Wolle gekauft. Meine Einkäufe in den letzten 2 Monaten waren:
  • 2 Kilo Katia Peru und 200g Alpaca für den Dufflecoat
  • ungefähr 1,5 Kilo Shetland 2-ply für einen Fisherman-Sweater und für Kleinkram, weil die Wolle so Klasse ist (die rote Stola ist daraus und die ist traumhaft!), insgesamt fünf Farben
  • 950 Gramm Lett-Lopi in wundervollen Grün- und Rosttönen
  • 350 Gramm Katia Merino als zusätzliches Garn für die Zauberwolle der Adult-Surprise Jacke
Das allein sind fünf Kilo!!

Jetzt wächst mein Wollvorrat so langsam vom Wohnzimmer ins Schlafzimmer und nun ist Schluss, jetzt wird nur noch gestrickt, nicht mehr gekauft. Ich habe mir das schon öfter vorgenommen, diesmal meine ich es ernst und habe ja eigentlich auch alles, was ich wollte. Insofern finde ich das auch nicht so schlimm, sondern stricke einfach weiter.

Well, now I'll give you the reason, why I prescribed myself a total and utter yarn diet: I've knitted about ten kilograms of yarn this year, but bought about 20 kilograms. My purchases in the last two months were:
  • 2 kg Katia Peru and 200 grams Alpaca for the Dufflecoat
  • about 1.5kg of Shetland 2ply for a Fisherman's Sweater and other stuff, since this is so beautiful (the red stole is made out of it and it is gorgeous) altogether in five colours
  • 950 g of Lett-Lopi in four wonderful shades of green and yellow-brown
  • 350 g of Katia Merino as an addition to the Zauberwolle for the Adult-Surprise-Cardigan
Just this makes five Kilograms!!

Now my stash starts to grow from the livingroom to the bedroom and I put an end to it. Now I'm knitting, not buying any more. I intended this before but this time I mean it, since after all I have everything I wanted. So this is not a hard decision, I'll just knit on.